Mode & Sport Gutschein als Sachbezug – wann er für Arbeitgeber steuerfrei zulässig ist
Ein Mode Gutschein gilt als steuerfreier Sachbezug, wenn er keine Bargeldfunktion besitzt, nur innerhalb eines begrenzten Händlernetzes einlösbar ist und die 50-€-Freigrenze eingehalten wird.
Für Arbeitgeber ist entscheidend:
Nicht der Markenname bestimmt die Steuerfreiheit – sondern die konkrete Einlösestruktur.
Mode Gutscheine gehören zu den beliebtesten Sachbezugsgutscheinen, da sie im Alltag sofort nutzbar sind und eine hohe Akzeptanz bei Mitarbeitenden haben. Das gilt auch für Sportgutscheine.
Typische Anbieter im Segment Mode & Sport sind:
- Zalando
- H&M
- Decathlon
- Nike

Mode Gutschein Sachbezug – Kurzprüfung für Arbeitgeber
Ein Mode Gutschein ist regelmäßig sachbezugskonform, wenn:
✔ keine Auszahlung in Bargeld möglich ist
✔ kein Umtausch in andere Gutscheinsysteme vorgesehen ist
✔ keine universelle Zahlungsfunktion besteht
✔ die Einlösung auf einen klar definierten Händler begrenzt ist
✔ die monatliche 50-€-Freigrenze eingehalten wird
✔ der Gutschein zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt wird
Mehr zur Freigrenze:
Rechtliche Grundlagen:
Bewertungsmatrix: Wann ein Mode Gutschein als Sachbezug zulässig ist
Mit der folgenden ZAG-Bewertungsmatrix lässt sich in Kürze bewerten, ob ein Gutschein für Mode & Sport gemäß § 2 Absatz 1 Nr. 10 ZAG als Sachleistung zählt oder nicht:
| Warensortiment | Händlerstruktur | Einordnung |
|---|---|---|
| gemischt | nur eigene Filialen incl. Onlinehandel | regelmäßig zulässig |
| stark begrenzte Modeartikel | Modehändler incl. Online-Marktplatz | häufig zulässig |
| gemischt | Marktplatz | regelmäßig kritisch |
Praxisregel:
Eigenhandel → regelmäßig zulässig
klar definiertes Modesortiment → regelmäßig zulässig
Offene Marktplatzstruktur mit Drittanbietern ohne Sortimentsbeschränkung → typischerweise kritisch
Je klarer Sortiment und Händlernetz begrenzt sind, desto eher liegt ein steuerlich zulässiger Sachbezug vor.
Vertiefung:
Besonderheit bei Mode Gutscheinen: Marktplatzstrukturen
Im Bereich Mode und Sport sind Online-Marktplätze stark verbreitet. Daher ist die Prüfung hier besonders gründlich vorzunehmen.
Für die Sachbezugsfähigkeit ist entscheidend:
- Ist der Gutschein ausschließlich für den Eigenhandel gültig?
- Oder auch für Partnerangebote auf einer Plattform?
Eine allgemeine Übersicht zulässiger Gutscheinarten:
Für welche Unternehmen eignet sich ein Mode Gutschein als Sachbezug?
Mode Gutscheine eignen sich besonders für:
- Unternehmen mit junger oder urbaner Belegschaft
- Betriebe ohne Kantinenstruktur
- Firmen, die flexible Alltagsbenefits anbieten möchten
- Unternehmen mit heterogener Altersstruktur
Nicht jeder Mitarbeitende bevorzugt jedoch Modeartikel – weshalb ein einzelner Mode Gutschein selten alle Bedürfnisse abdeckt.
Mode Gutscheine auch für Aufmerksamkeiten und Sachprämien nutzbar
Ein Mode Gutschein kann nicht nur im monatlichen 50-€-Sachbezug eingesetzt werden.
Er eignet sich – bei entsprechender Struktur – auch für:
1. Aufmerksamkeiten (60 € je Anlass)
Zum Beispiel:
- Geburtstag
- Hochzeit
- Geburt eines Kindes
→ steuerfrei bis 60 € je persönlichem Anlass.
2. Sachprämien nach § 37b EStG
Mode Gutscheine können auch als Leistungsanreiz eingesetzt werden:
- Zielerreichung
- besondere Leistungen
- Incentive-Programme
Der Vorteil: der Arbeitgeber versteuert nach § 37b EStG pauschal mit 30% zzgl. Soli, der Mitarbeitende erhält die Prämie steuerfrei.
Abgrenzung der verschiedenen Benefits mit Gutscheinen
| Leistung | Grenze | Besteuerung |
|---|---|---|
| Monatlicher Sachbezug | 50 € | steuerfrei |
| Aufmerksamkeit | 60 € je Anlass | steuerfrei |
| Sachprämie | bis 10.000 € p. a. | pauschal versteuert |
Vollständige Einordnung:
Einzelbewertungen der Gutscheine im Segment Mode & Sport
Im Folgenden wurden verschiedene Gutscheine im Bereich Mode & Sport systematisch an Hand von Primärquellen mit der ZAG-Bewertungsmatrix untersucht, ob sie als Sachbezeug zulässig sind.
ASOS Gutschein als Sachbezug
ASOS hat einen Marktplatz. Aus diesem Grund ist der verwendete Gutschein kritisch zu prüfen. ASOS verkauft über den Onlineshop nicht nur Mode-, sondern auch Beauty-Produkte. Daher ist der Gutschein mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht als Sachleistung zulässig.
C&A Gutschein als Sachbezug
C&A ist insbesondere für sein ausgedehntes Filialnetz bekannt.
Decathlon Gutschein Sachbezug
Sportgutscheine von Decathlon werden steuerlich wie Modegutscheine behandelt, sofern er nicht unbeschränkt für einen kein offenen Marktplatz genutzt werden kann.
Foot Locker Gutschein als Sachbezug
Typischerweise Eigenhandel – Einlösebedingungen prüfen.
H&M Gutschein als Sachbezug
H&M ist insbesondere für sein ausgedehntes Filialnetz bekannt.
INTERSPORT Gutschein als Sachbezug
INTERSPORT ist ein Verbund von Sporthändlern. Der Gutschein ist einlösbar in allen INTERSPORT-Geschäft und im Online-Shop, an dem auch die INTERSPORT-Händler mit ihrem Produktsortiment angeschlossen sind.
Nike Gutschein als Sachbezug
Nike besitzt eigene Läden, Franchise-Stores und einen Onlineshop. Interessant ist die Frage, ob auch mit der Einlösung des Gutscheins in den Geschäften Dritter der Gutschein noch als Sachbezug zulässig ist.
Otto Gutschein als Sachbezug
Otto hat einen Marktplatz. Aus diesem Grund ist der verwendete Gutschein kritisch zu prüfen. Laut Eigendarstellung von Otto gibt es derzeit zwei verschiedene Gutscheinvarianten. Eine ist sachbezugskonform, die andere nicht.
Primark Gutschein als Sachbezug
Auch Primark ist für sein ausgedehntes Filialnetz bekannt. Einen Onlineshop hat Primark nicht. Daher ist die Einordnung einfach.
Zalando Gutschein Sachbezug
Bei Zalando war insbesondere die Einlösestruktur des Gutscheins für das Plattform- und Marktplatzgeschäft zu prüfen.
Vergleich mit Gutscheinen für andere Segmente
Ein Gutschein für Mode oder Sport ist nur ein Segment innerhalb der Gutscheine.
Weitere Branchen:
- Restaurants, Lieferdienst & sonstige Gastronomie
→ Gutscheine für Restaurants, Lieferdienst & sonstige Gastronomie als Sachbezug - Wohnen, Bauen & Garten
→ Gutscheine für Wohnen, Bauen & Garten als Sachbezug - Entertainment & Medien
→ Gutschein für Entertainment & Media als Sachbezug
Übersicht aller Branchen bzw. Segmente:
Realität in den Unternehmen
Ein einzelner Mode Gutschein kann steuerlich zulässig sein.
In der Praxis entsteht jedoch Verwaltungsaufwand – insbesondere wenn Mitarbeiter unterschiedliche Gutscheine wünschen:
- laufende Prüfung der Gutscheinbedingungen
- Freigrenzenkontrolle
- Dokumentation für Lohnsteuerprüfungen
- Abstimmung mit Payroll
Viele Unternehmen setzen daher auf strukturierte Gutschein- und Benefit-Lösungen.
Solche Lösungen ermöglichen:
- Auswahl ausschließlich sachbezugskonformer Partner
- flexible Wahlmöglichkeiten für Mitarbeitende
- zentrale Freigrenzenkontrolle
- Kombination mehrerer Gutscheinsegmente
→ strukturierte Gutschein- und Benefit-Lösung für Arbeitgeber
Sachbezug mit weiteren Benefits kombinieren
Ein Gutschein für Mode oder Sport ist häufig nur der Einstieg.
Viele Arbeitgeber lernen den Steuervorteil zu schätzen und ergänzen später um weitere Benefits:
- Internetzuschuss
- Kita-Zuschuss
- Erholungsbeihilfe
- pauschal versteuerte Sachprämien
Überblick:
Fazit: Mode Gutschein als Sachbezug
Ein Mode Gutschein kann als steuerfreier Sachbezug zulässig sein, wenn:
- keine Bargeldfunktion besteht
- ein begrenztes Händlernetz vorliegt
- die 50-€-Freigrenze eingehalten wird
Entscheidend ist die Einlösestruktur – nicht der Markenname.
FAQ – Mode Gutschein Sachbezug
Ist ein Mode Gutschein als Sachbezug steuerfrei?
Ja, wenn er als Sachleistung ausgestaltet ist und kein offenes Marktplatzsystem darstellt.
Fällt ein Mode Gutschein unter die 50-€-Freigrenze?
Ja, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Sind Plattform-Gutscheine problematisch?
Ja, da sie häufig kein begrenztes Zahlungsnetzwerk darstellen.
Muss die Ausgabe dokumentiert werden?
Ja, zur ordnungsgemäßen Lohnsteuerprüfung ist eine Dokumentation erforderlich.